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Nachdem du diese Seite erforscht hast, weißt du, warum auch Tiere einen Vor- und Nachnamen haben!

Stell dir vor, du hast eine gigantische Spielzeugkiste, in der Millionen von verschiedenen Figuren liegen – Dinosaurier, Autos, Kuscheltiere und Bausteine. Um Ordnung reinzubringen, willst du sie sortieren. Also packst du zum Beispiel Sachen mit Rädern in eine Ecke, Tiere in eine andere und bildest kleine Haufen.

So ähnlich machen es Wissenschaftler mit der Natur. Denn in ihr wimmelt es nur so vor Arten, Formen und Farben. Damit sie nicht den Überblick verlieren, haben Wissenschaftler ein cleveres Ordnungssystem erfunden: die Taxonomie und die Systematik. Zusammen sind sie wie ein riesiges Ordnungssystem für die ganze Welt.

Wer ist wer und wie halte ich euch auseinander?

Die Taxonomie kannst du dir als „Namensgeberin“ vorstellen. Wenn Forschende ein neues Tier entdecken, schauen sie genau hin:

  • Hat es Federn oder Fell?
  • Hat es sechs Beine oder gar keine?
  • Legt es Eier?

Dann suchen sie die passende “Schublade” und geben dem Tier einen ganz genauen Namen (meistens auf Latein), damit Forschende auf der ganzen Welt – egal ob in Deutschland, China oder Afrika – wissen, dass genau dieses eine Tier gemeint ist. Es ist wie der Vor- und Nachname für jedes Tierwesen.

Auf der Suche nach Stammbäumen und Verwandtschaft

Die Systematik geht noch einen Schritt weiter. Sie fragt nicht nur: „Wie heißt du?“, sondern: „Mit wem bist du verwandt?“.  Sie entwickelt, bildlich gesprochen, das System der “Schubladen”, in denen die Arten gesammelt werden.
Ziel der Systematik ist dabei das Ordnen von Tieren (und Pflanzen) nach ihrer stammesgeschichtlichen Verwandtschaft. Das ist wie ein riesiger Familienstammbaum. Die Systematik findet heraus, dass ein kleiner süßer Affe zum Beispiel näher mit uns Menschen verwandt ist als mit einer Spinne oder einem Fisch. 

Die Systematik ist also eine Methode, die uns hilft, Informationen in Gruppen einzuteilen. So gehören die Säugetiere zu einer Klasse, genauso wie die Vögel oder die Reptilien eine Klasse bilden. In so einer Klasse sind ganz viele Arten versammelt. In der Klasse der Säugetiere ist also zum Beispiel der Rotfuchs genauso zu finden wie der Feldhase oder der Tiger. 

 

Die Systematik findest du auch in Tier-Steckbriefen. Die kennst du zum Beispiel aus dem Zoo. Dort sind sie auf Tafeln vor den Gehegen der Tiere platziert und zeigen, womit wir es da zu tun haben. Ein Steckbrief beginnt mit allgemeinen Infos, wie “Tier” oder “Pflanze” und endet individueller mit der Art, zum Beispiel Tiger. Das hilft uns, die Verwandtschaft und Beziehung zwischen Lebewesen zu verstehen. Am Beispiel des Tigers und des Rotaugenlaubfrosches sieht das dann so aus wie auf dem folgenden Bild.

Schon gewusst?

Die beiden Wörter Systematik und Taxonomie klingen ziemlich kompliziert und werden oft zusammen benutzt. Trotzdem bedeuten sie nicht ganz dasselbe:

  • Systematik beschreibt das große Ganze: Sie ordnet alle Lebewesen nach ihrer Verwandtschaft und zeigt uns, wie sie zusammengehören. Man könnte sagen: Die Systematik erzählt die Geschichte der Tiere und Pflanzen, also wer mit wem verwandt ist. (Ziel der Systematik ist die Ordnung nach stammesgeschichtlicher Verwandtschaft.)
  • Taxonomie ist ein Teil davon und kümmert sich um die Einzelaufgaben der Einordnung: Sie legt fest, in welche Gruppen (z. B. Klasse, Ordnung, Familie) ein Lebewesen kommt und wie es genau heißt. (Die Taxonomie beschäftigt sich mit Klassifikation, Benennung und Bestimmung der Lebewesen.)

Wenn man es sich merken möchte:
Systematik = das große Ordnungssystem
Taxonomie = das Sortieren und Benennen darin

Zusammen helfen sie uns, das riesige Durcheinander der Natur zu verstehen – und zeigen, wie faszinierend die Vielfalt unserer Erde ist!

Wofür ist das gut?

Systematik hilft dir dabei, Dinge einzuordnen und Gemeinsamkeiten zu finden. Das passiert automatisch, denn unser Gehirn versucht immer Gemeinsamkeiten herzustellen. 
Stell dir vor, dass du diese Methode auch an anderer Stelle anwenden kannst und das nicht nur bei Lebewesen, sondern auch bei Sachen! Wir haben das System genutzt, um es für eine Armbanduhr und ein Motorrad anzuwenden. Dabei haben wir alle Stufen der Systematik genutzt, nämlich auch Domäne, Reich und Stamm. Dass es so viele Stufen gibt, liegt einfach daran, dass es so viele verschiedene Lebewesen gibt! Aber fang einfach oben an. Ein Motorrad ist natürlich kein Lebewesen, sondern eine Sache.
 

Was bedeuten die lateinischen Namen?

Vielleicht hast du schon einmal gesehen, dass bei Wikipedia oder in Büchern hinter einem Tiernamen ein lateinischer Name in Klammern steht. Nehmen wir wieder den Tiger als Beispiel: Wir sagen einfach Tiger – aber Wissenschaftler benutzen einen genauen, internationalen Namen: Panthera tigris.

Diesen besonderen Namen nennt man binäre Nomenklatur. Das klingt kompliziert, bedeutet aber nur zweiteilige Namensgebung.

Ein solcher Name besteht immer aus zwei Wörtern:

  1. Gattungsname – zeigt die größere Gruppe, zu der das Tier gehört (wird großgeschrieben).
  2. Artname – zeigt die genaue Art (wird kleingeschrieben).

Beim Tiger heißt das:

  • Panthera → das ist der wissenschaftliche Name für die Großkatzen-Gattung (dazu gehören Tiger, Löwe, Leopard…).
  • tigris → bedeutet Tiger.

Beide Wörter sind lateinisch, damit Forscher überall auf der Welt den gleichen Namen benutzen können – egal, welche Sprache sie sprechen.

Du kannst es mit deinem Vor- und Nachnamen vergleichen: Mustermann, Malte wäre ein Beispiel.

Schon gewusst?

Der schwedische Naturforscher Carl von Linné hat vor knapp 300 Jahren den Versuch unternommen, die Pflanzen und Tiere zu erfassen, die er fand. Dazu entwickelte er das System der Taxonomie. Alle Lebewesen, ob Tier, Pflanze oder Mensch sind also wie eine große Familie miteinander verwandt.  

Gecheckt? - Ordnung im Chaos mit Systematik

  • Taxonomie beschreibt und benennt die Tiere (und Pflanzen).
  • Systematik ordnet sie in den großen Stammbaum des Lebens ein.

Bildnachweise: ©Özi´s Comix Studio, OroVerde/Özi´s Comix Studio