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Nachdem du diese Seite erforscht hast, weißt du woher die Schokolade kommt!

Magst du auch gerne Schokolade oder trinkst manchmal eine Tasse Kakao? Dann hältst du ein weit gereistes Produkt in den Händen! Der Weg von der Kakao-Bohne zur Schokolade beginnt nämlich im tropischen Regenwald. Lass uns herausfinden, wie der Kakaobaum wächst! Könnten wir ihn vielleicht sogar in unserem eigenen Garten anbauen?

Steckbrief Kakao

Deutscher Name
Kakao
Lateinischer Name
Theobroma cacao
Ursprüngliche Herkunft
Amazonasbecken, Mittelamerika
Aussehen
Der Kakaobaum ist immergrün. Das bedeutet: Er behält das ganze Jahr seine Blätter. Anders als unsere Bäume in Deutschland, die im Herbst ihre Blätter verlieren. Die Blätter vom Kakao-Baum sind länglich und spitz und können bis zu 35 Zentimeter lang werden – größer als ein Malblock oder Schreibheft! Ein Kakaobaum kann bis zu 15 Meter hoch werden, das ist so hoch wie ein Haus. Besonders spannend: Die Blüten wachsen direkt am Stamm oder an den Ästen. Ein Baum kann bis zu 1.000 Blüten im Jahr haben! Aber Geduld ist wichtig: Erst nach 5 bis 6 Jahren blüht er zum ersten Mal, und nach 12 Jahren bringt er erst richtig viele Früchte.

Der Kakaogürtel: Wie und wo wächst Kakao?

Der Kakaobaum wächst nur unter ganz bestimmten klimatischen Bedingungen. Und er ist sehr anspruchsvoll: Er kann nur rund um den Äquator angebaut werden – also dort, wo ursprünglich tropischer Regenwald steht. Deshalb sind weltweit nur wenige Länder für den Anbau von Kakao geeignet.  

Schon gewusst? Ohne Mücken keine Schokolade

Bei uns in Deutschland werden viele Bäume und Pflanzen durch den Wind und Insekten, zum Beispiel durch Wildbienen, bestäubt. In den dichten, feuchten Tropenwäldern sind auch Insekten die Bestäuber, aber dort sind es winzige Mücken, nämlich die Gnitzen! Sie leben in tropischen Wäldern unter großen Bäumen mit verrottetem Laub. Gnitzen sind etwa so groß wie der Kopf einer Stecknadel, also winzig. So passen sie in die schmalen Blütenköpfe des Kakaobaums. Auf Kakaoplantagen liegt die durchschnittliche Bestäubungsrate bei nur drei von 1.000 Blüten. Deshalb wird auf Kakaoplantagen oft zusätzlich per Hand bestäubt.
 

Was steckt in der Kakaoschote?

Die Früchte des Kakaobaums heißen Kakaoschoten. Sie haben eine dicke, harte Schale. Sie werden zehn bis 35 Zentimeter lang und können bis zu einem Kilo wiegen. Ihre Schale ist ledrig-holzartig. Im unreifen Zustand sind Kakaoschoten grün und färben sich später je nach Sorte gelb bis rot-braun. Bis sie ganz reif sind, dauert es etwa sechs Monate.

Unter der Schale befinden sich in fünf Reihen bis zu 60 Samen. Das sind die Kakaobohnen. Diese sind von einem weißen, süßen und schleimigen Fruchtfleisch umgeben, der sogenannten Pulpa. Aus dem Fruchtfleisch kann süßer, fruchtiger Saft gemacht werden. Die Kakaobohnen selbst sind braun, eiförmig und etwa zwei bis drei Zentimeter lang und einen Zentimeter breit.

Obwohl wir von Kakaoschoten und Kakaobohnen sprechen, ist Kakao botanisch gesehen eine Beere - genau wie die Banane.

Der durchschnittliche Ertrag liegt bei 300 Kilogramm pro Hektar und Jahr. Auf Intensivplantagen können bis zu drei Tonnen pro Hektar und Jahr erreicht werden.

Der Kakaobaum braucht ausreichend Wasser und Temperaturen über 16 Grad Celsius. Außerdem ist er sehr empfindlich und anfällig für Krankheiten. Wilde Kakaobäume wachsen in der unteren Baumschicht des Regenwaldes. Sie vertragen keine Sonne. Sie brauchen deshalb größere Bäume um sich herum, die ihnen Schatten spenden. Im kommerziellen Anbau werden Kakaobäume 25 bis 30 Jahre alt und werden durch Netze beschattet. Im Wald können sie, geschützt durch andere Bäume, im Durchschnitt sogar bis 100 Jahre alt werden.

Wie wird Kakao angebaut?

Es gibt verschiedene Anbau-Möglichkeiten. Die häufigste ist die Monokultur.

Bei einer Monokultur wird auf einem Feld nur eine einzige Pflanzenart angebaut – zum Beispiel nur Mais oder nur Kakaobäume. Das ist für die Bauern einfacher:
Man braucht zum Beispiel nur eine Sorte Maschinen, eine Sorte Dünger und eine Sorte Pestizide. Zudem ist es leichter, 100 Hektar mit einer Maschine abzuernten, als zwischen Kakaobäumen, Bananenstauden und Schattenbäumen herumzukurven.
Bei uns in Deutschland werden zum Beispiel Mais oder Rüben in Monokulturen angebaut. In Monokulturen werden kurzfristig die höchsten Ernteerträge erzielt.

Aber: Wenn immer dieselbe Pflanze wächst, wird der Boden müde. Er verliert wichtige Nährstoffe und es kommen mehr Schädlinge. Deshalb benutzen die Bauern in Monokulturen viele Dünger- und Spritzmittel. Diese können jedoch in den Boden und ins Grundwasser gelangen und so die Umwelt und die Gesundheit von Tieren und Menschen vor Ort schaden.

Beim Kakaoanbau in Monokultur stehen die Bäume sehr eng beieinander. Krankheiten und Schädlinge breiten sich schnell aus. Die Bäume brauchen viel Pflege, Wasser und Schatten. Statt andere Bäume zu pflanzen, werden Netze gespannt. So kommen weniger wilde Tiere auf die Felder, und es gibt weniger Artenvielfalt. Die Blüten müssen sogar von Hand bestäubt werden, weil dort nicht genug Gnitzen leben!

Damit Platz für solche Plantagen entsteht, wird oft Regenwald abgeholzt. Heimische Tiere und Pflanzen verlieren dadurch ihr Zuhause.

Bei einer Mischkultur wachsen verschiedene Pflanzenarten zusammen auf einer Fläche. Beim Anbau von Kakao in Mischkulturen bauen Bäuerinnen und Bauern neben dem Kakaobaum verschiedene Nutzpflanzenarten an. Sie pflanzen zum Beispiel erst große Bäume an, die den Kakaobäumen Schatten bieten können. Dadurch sind die Kakaobäume weniger Stress ausgesetzt und weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Als Schattenbäume eignen sich beispielsweise Bananenstauden, Kokospalmen, Avocado-, Mango- oder Kautschukbäume oder andere Baumarten. 

Durch die Mischkultur können die Bauernfamilien auf Pestizide weitgehend verzichten. Sie können den Kakao biologisch anbauen. In Mischkulturen liegen allerdings die Kakaoerträge niedriger als in Monokulturen. Dafür kann man in ihnen auch Bananen, Avocados und andere Früchte ernten.

Eine spezielle Form der Mischkultur sind Agroforstsysteme. In Agroforstsystemen wird Kakao gemeinsam mit anderen Schattenbäumen und Nutzpflanzen angebaut. Die Pflanzenvielfalt auf den Anbauflächen ähnelt der eines natürlichen Tropenwaldes. Agroforstsysteme bieten Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten. Die Artenvielfalt ist in Agroforstsystemen also viel höher als in Monokulturen. Durch die Abstände zwischen den Kakaobäumen sind sie weniger anfällig für Krankheiten. Pestizide und künstliche Dünger sind nicht notwendig. Die Kakaoerträge sind in Agroforstsystemen niedriger. Doch der Anbau unterschiedlicher Pflanzenarten ist trotzdem schlau: Denn die Bäuer*innen und Bauern können die anderen Früchte oder das Feuerholz ebenfalls verkaufen oder selber davon leben. Außerdem ist der Anbau meist Bio. Deshalb könnte der hier produzierte Kakao eine Bio-Zertifizierung erhalten und kann teurer verkauft werden.

Die Reise der Kakao-Bohne, bis sie zur Schokolade wird

Schau dir an, durch wie viele Hände eine Kakaobohne geht, bevor sie Schokolade werden kann!

Schon gewusst? Kakao ist der Beginn der Schokolade

In mehrstufigen Prozessen werden die Kakaobohnen zu Kakaomasse, Kakaopulver und Kakaobutter umgewandelt, aus denen anschließend Schokolade hergestellt wird. Bei der Herstellung von Schokolade werden weitere Zutaten wie Milch und Zucker hinzugefügt.

Gecheckt? – Der Kakaobaum auf einen Blick!

  • Der Kakaobaum stammt ursprünglich aus Südamerika und wächst nur in den Tropen nah am Äquator.
  • Kakaobäume brauchen Schattenbäume, weil sie keine direkte Sonne mögen.
  • Das Besondere am Kakaobaum: Die Blüten wachsen direkt am Stamm oder an den Ästen.
  • Winzige Gnitzen, eine Mückenart, bestäuben die Kakaoblüten.
  • In den Kakaoschoten stecken bis zu 60 Bohnen, umhüllt von süßem Fruchtfleisch.
  • Kakao wird oft in Monokulturen angebaut, die sich schlecht auf Umwelt und Natur auswirken. Der Anbau Mischkulturen oder Agroforstsystemen ist umweltfreundlicher und nachhaltiger.
  • Aus den Bohnen entsteht in mehreren Schritten Kakaomasse, Kakaopulver und Kakaobutter, daraus wird Schokolade hergestellt!

Bildnachweis: ©E.Mannigel/ OroVerde & Özi´s Comix Studio (Header), Heifer Guatemala, Mapchart & OroVerde (Karte Kakaogürtel), Heifer Guatemala, I. Naendrup/ OroVerde, E.Mannigel/OroVerde, M.Metz/ OroVerde,  I. Naendrup/ OroVerde,