Nachdem du diese Seite erforscht hast, weißt du woher Palmöl kommt und warum es ein Super-Öl ist.
Den Namen „Palmöl“ habt ihr bestimmt schon einmal gehört oder auf einer Zutatenliste gelesen. Es steckt in vielen Lebensmitteln wie Schokolade, Chips, Keksen, Margarine oder Erdnussbutter. Aber auch in Shampoo, Seife, Waschmittel und sogar in Medikamenten ist oft Palmöl enthalten. Im Supermarkt begegnet es uns also sehr häufig. Doch wo kommt Palmöl eigentlich her und aus welcher Pflanze wird es gewonnen?
Steckbrief Ölpalme
- Deutscher Name
- Ölpalme
- Lateinischer Name
- Elaeis guineensis
- Ursprüngliche Herkunft
- Afrika
- Aussehen
- Die Ölpalme wird bis zu 30 Meter hoch und sieht wie eine typische Palme mit Palmwedeln am oberen Ende des Stammes aus. Die Früchte wachsen in großen Büscheln ganz oben an der Palme – ähnlich wie Trauben an einer Rebe. Ein Fruchtstand kann zwischen 15 bis 25 Kilogramm wiegen. Die Palmfrüchte sind leuchtend gelb oder orange und so groß wie ein Golfball. Eine Palme trägt 1.000 bis 4.000 Früchte. Aus ihnen wird das Palmöl gewonnen.
Warum Palmöl so ein Super-Öl ist
Palmöl wird aus zwei Gründen weltweit häufig verwendet:
- Hoher Ertrag auf kleiner Fläche – Ölpalmen liefern besonders viel Öl.
- Vielseitigkeit – Palmöl ist fast geschmacksneutral, lange haltbar und hitzebeständig.
Deshalb steckt es in zahlreichen Produkten wie Lebensmitteln, Medikamenten, Shampoo, Seife und Kosmetik. Die große Nachfrage führt zu einem enormen Verbrauch. - Die perfekte Konsistenz (Der Streichzart-Faktor) - Palmöl ist bei Zimmertemperatur fest, aber streichfähig. Also ideal für Margarine & Co.. Andere Fette muss man erst chemisch bearbeiten, damit sie fest werden.
- Lange Haltbarkeit - Produkte, die Palmöl enthalten (wie Kekse oder Chips), werden viel langsamer ranzig und bleiben länger frisch.
- Geschmacks- und geruchslos - Man kann es in Lippenstift, Waschmittel, Schokolade oder Biodiesel mischen, ohne dass es stört.
Die Geschichte hinter dem Super-Öl
Palmöl wird seit Jahrtausenden genutzt. Die Ölpalme stammt ursprünglich aus Afrika. Bereits vor über 5.000 Jahren verwendeten die Menschen im Alten Ägypten Palmöl für kosmetische Zwecke. Erst im 19. Jahrhundert entdeckten auch wir die Fähigkeiten des Super-Öls, heute boomt die weltweite Nachfrage. Hauptanbauländer sind Malaysia und Indonesien mit mehr als 80 Prozent des weltweit angebauten Palmöls.
Heutzutage wird Palmöl vor allem in Indonesien und Malaysia angebaut, aber auch in vielen anderen tropischen Ländern. Ölpalmen gedeihen in heißem, feuchtem Klima. Nach einigen Jahren tragen sie erstmals Früchte, die Erträge steigen mit zunehmendem Alter der Palmen. Wenn die Palmen zu hoch werden oder weniger Früchte tragen, werden sie gefällt. Meist wird Palmöl in riesigen Plantagen angepflanzt, die sich bis zum Horizont erstrecken. Neben dem Palmöl aus dem Fruchtfleisch gibt es auch Palmkernöl, das aus dem Kern der Frucht gewonnen wird.
Um den großen Bedarf an Palmöl zu decken, werden in tropischen Ländern große Flächen Regenwald abgeholzt. Regenwälder sind jedoch entscheidend für das Klima, da sie große Mengen Kohlendioxid (CO₂) speichern. Werden Bäume gefällt oder verbrannt, gelangt CO₂ in die Atmosphäre und verstärkt den Klimawandel. Palmölplantagen können diesen Verlust nicht ausgleichen.
Besonders schlimm ist es, wenn Regenwäldern abgeholzt wird, der auf Torfböden steht. Torfmoore speichern extrem viel CO₂. Für den Anbau von Ölpalmen wurden in Indonesien und Malaysia diese Böden oft trockengelegt, wodurch zusätzlich große Mengen CO₂ freigesetzt wurden. Auch die Herstellung und der Transport von Palmöl verursachen schädliche Emissionen und verbraucht viel Energie.
Bedrohung für Tiere und Pflanzen
Palmölplantagen verdrängen die natürliche Artenvielfalt. Besonders betroffen sind zum Beispiel Orang-Utans und Sumatra-Tiger, die ihren Lebensraum verlieren. In den Monokulturen wachsen fast ausschließlich Ölpalmen, sodass nur wenige wilde Tiere und Pflanzen überleben können. Der Einsatz von Pestiziden belastet die Umwelt zusätzlich.
Soziale Auswirkungen
Nicht nur die Natur leidet: Viele Familien verlieren ihr Land, müssen umziehen und finden oft nur schlecht bezahlte, harte Arbeit auf den Plantagen. Palmöl zeigt, dass günstige Produkte oft einen hohen Preis für Natur, Tiere und Menschen haben.
Der Weg eines Öls zu uns
Schau dir an, wie wir das Super-Öl gewinnen und welche Reise es hinter sich bringen muss, damit wir es hier verwenden können. Klicke auf das Bild um es als Ganzes ansehen zu können.
Worin steckt Palmöl?
Schau dir die verschiedenen Lebensmittel an und rate. Welche von ihnen enthalten KEIN Palmöl? Und bei welchen ist deine Antwort eher ein „Ja, das kann schon sein?“ Schiebe die Bilder in die richtige Spalte! Ob du richtig liegst, findest du mit „Überprüfen“ heraus.
Kann man Palmöl umweltfreundlich nutzen?
Das ist eine schwierige Frage. Palmöl ist ein tolles Öl, für das man weniger Anbaufläche benötigt als zum Beispiel für die gleiche Menge Sonnenblumenöl. Aber wenn für den Anbau Regenwald zerstört wird, ist das natürlich schlimm.
Was wir machen können:
1. Werde zum Küchen-Chef! Fertigpizzen und Tütensuppen sind oft vollgestopft mit Palmöl. Denn Fertigprodukte setzen in der Regel mehr Fette ein, als man sie bei einer frischen Zubereitung benötigen würde. Koch also selbst! Das schmeckt nicht nur besser, sondern spart jede Menge Regenwald-Öl und unnötiges Fett. Dadurch ist es auch gleich gesünder!
2. Such das Bio-Siegel! Bio-Bauern dürfen nämlich keine Gift-Spritzmittel benutzen und sie pflanzen die Palmen dort an, wo sowieso schon Äcker waren, anstatt echten Urwald zu fällen.
3. Veggie-Power für den Wald. Wusstest du, dass auch Kühe, Schweine und Hühner indirekt Palmöl essen? Es wird oft in ihr Futter gemischt. Wenn du öfter mal zu Hafermilch statt Kuhmilch greifst oder einen „Veggie-Tag“ einlegst, rettest du also auch ein Stück Regenwald.
4. Geheimverstecke im Badezimmer aufstöbern: In Duschgel, Lippenstift oder Shampoo versteckt sich Palmöl oft hinter komplizierten Namen wie „Palmate“ oder „Palm Stearine“. Der Profi-Tipp: Es gibt Apps wie etwa Code-Check, mit denen du den Barcode scannen kannst. Dein Handy verrät dir dann sofort: „Achtung, hier ist Palmöl drin!“ oder „Alles klar, das kannst du nehmen!“. In Bioläden findest du oft naturfreundliche Alternativen.
5. Weniger ist mehr! Brauchst du wirklich jeden Tag Schokocreme, Kekse und drei verschiedene Sorten Duschgel? Manchmal ist es cooler, sich diese Dinge als etwas ganz Besonderes aufzuheben. Wer weniger verbraucht, schützt den Dschungel!
6. Ganz wichtig: Teller statt Tonne! Essen wegzuwerfen ist doppelt schade: Einmal um das leckere Essen und zum anderen um die ganze Arbeit und den Platz im Regenwald, der dafür verbraucht wurde. Was du nicht zu essen schaffst, kannst du dir morgen nochmal warm machen.
7. Schlau planen: Kauf und koch nur so viel, wie du wirklich essen kannst.
8. Lebensmittel retten: Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln bedeutet nicht „ab in den Müll“. Deine Eltern zeigen dir sicher gerne, wie du durch riechen, schauen und probieren merkst, ob es noch gut ist - und bei welchen Lebensmitteln man vorsichtig sein muss, damit man nicht krank wird.
9. Frage Herstellern Löcher in den Bauch! Du findest ein Produkt super, aber es ist Palmöl drin? Schreib dem Hersteller eine E-Mail oder einen Brief! Sag ihm, dass du dir nachhaltiges Palmöl wünschst. Firmen hören oft auf ihre Kunden – erst recht, wenn Kinder ihnen sagen, was sie besser machen sollen.
10. Gemeinsam sind wir stark! Erzähl deinen Freunden, deinen Eltern oder deiner Oma davon. Viele wissen gar nicht, dass ihr Keks etwas mit dem Orang-Utan im Dschungel zu tun hat. Wenn ihr gemeinsam aufpasst, könnt ihr richtig viel bewegen!
Gecheckt? Ölpalmen als Superstars
- Palmöl ist ein Super-Öl, weil es viel Ertrag auf kleiner Fläche bringt, kaum schmeckt oder riecht und für Vieles einsetzbar ist.
- Die Abholzung für Palmölplantagen führt zum Verlust vieler Tier- und Pflanzenarten und beschleunigt den Klimawandel.
- Eine hohe Nachfrage nach Palmöl kann außerdem soziale Probleme wie Migration und Streit um Land verursachen.
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Bildnachweise: ©A.Hömberg/OroVerde & Özi´s Comix Studio (Header), A.Hildebrand/OroVerde, Mapcharts & OroVerde (Weltkarte Anbaugebiete), OroVerde, S.Baraglia02/WSE, OroVerde, S.Wylegalla/OroVerde (Schaubild Lieferkette), OroVerde,