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Auf dieser Seite erfährst du, was die Avocado zur Superfrucht macht, und welche Folgen der Anbau für die Natur hat.  

Eine runde Frucht mit einer Schale, die der Haut eines Drachen ähnelt. Du kennst sie bestimmt: Die Avocado. Sie ist überall auf der Welt sehr beliebt. Besonders gerne mögen die Menschen sie in Salaten, Sandwiches oder einfach als Guacamole. Aber wusstest du, dass sie aus tropischen Regionen kommt? Erfahre hier alles über die Avocado!

Steckbrief Avocado

Deutscher Name
Avocado
Lateinischer Name
Persea americana
Ursprüngliche Herkunft
Mexiko
Aussehen
Die Avocadofrucht wächst an einem immergrünen Baum. Das bedeutet, er trägt das ganze Jahr über grünes Laub. Die Bäume können bis zu 20 Meter hoch werden. Ihre Blätter sind doppelt so lang wie eine Hand. Die Früchte wachsen am Ende der Zweige und sind dunkelgrün von außen und hellgrün von innen. Sie sind birnenförmig und haben einen großen, hellen Kern.

Die Avocado - ein Superheld?

Das Wort „Superfrucht“ klingt nach einem Comic-Helden, und tatsächlich hat die Avocado ein paar echt beeindruckende Fähigkeiten, die sie von anderen Früchten unterscheiden:

  1. Das „Super-Benzin“ für dein Gehirn 
    Die meisten Früchte (wie Äpfel oder Erdbeeren) enthalten vor allem Zucker. Die Avocado ist anders: Sie steckt voller gesunder Fette. Diese Fette sind wie hochwertiges Super-Benzin für dein Gehirn. Sie helfen dir dabei, dich besser zu konzentrieren und Gelerntes länger zu behalten. Deshalb wird sie oft auch als „Brain-Food“ (Gehirn-Nahrung) bezeichnet.
  2. Der Vitamin-Tresor
    In einer Avocado stecken so viele verschiedene Vitamine, dass man sie fast „Multivitamin-Frucht“ nennen könnte.
    Vitamin K macht deine Knochen stark. Vitamin E schützt deine Zellen wie ein kleiner Schutzschild. B-Vitamine geben dir Energie für den ganzen Tag.
  3. Mehr Kraft als die Banane
    Hast du schon mal gehört, dass Bananen gut für die Muskeln sind, weil sie viel Kalium enthalten? Jetzt kommt’s: Die Avocado hat sogar noch mehr davon! Kalium sorgt dafür, dass dein Herzschlag im richtigen Takt bleibt und deine Muskeln nach dem Sport nicht so schnell schlapp machen.

Der Ehrlichkeits-Check für Naturfreunde

Bei all dem „super, super, super“ will man die Avocado am Liebsten gleich kaufen, oder?
Aber da müssen wir ehrlich sein und genau hinschauen. Denn jedes Superhelden-Team hat auch eine Schwachstelle. Bei der Avocado ist es ihr Durst. Damit eine einzige Avocado bei uns im Supermarkt landet, braucht sie beim Wachsen etwa so viel Wasser, wie in mehrere volle Badewannen passt. Außerdem hat sie eine weite Reise bis zu uns, was viel Energie kostet. Deshalb ist sie zwar super gesund, aber auch etwas ganz Besonderes, das man nicht jeden Tag wie einen Apfel essen sollte. Auf dieser Seite erfährst du dazu alles, was du wissen musst!

Das Avocado-Abenteuer

Vor vielen Jahren, nach dem Zweiten Weltkrieg, begannen Avocados ihre Reise in die Welt. Zuerst ging es in die USA, dann nach Europa und sogar bis nach Ostasien. 

Die Avocado stammt ursprünglich aus Zentral- und Südamerika. Um Früchte zu tragen, brauchen die bis zu 20 Meter hohen Bäume viel Wasser und Wärme. Das Klima ist dafür im Tropenwaldgürtel ideal. Die Anbaumengen sind übrigens ziemlich groß: Im Jahr 2024 sind fast 2,7 Millionen Tonnen Avocados allein aus Mexiko in die ganze Welt gereist. Würde man alle LKWs, die diese Avocados transportieren, hintereinander aufstellen, ergäbe das eine Schlange von fast 2.000 Kilometern Länge (bei LKWs mit 40 Tonnen Gesamtgewicht). Das ist eine LKW-Kette, die zweimal komplett von Flensburg bis zu den Alpen reicht!

Wie kommt die Avocado zu uns?

Die reifen Früchte werden nach der Ernte auf ein riesiges Schiff verladen und über den Atlantik nach Europa gefahren. Das dauert manchmal mehrere Tage! Nach der langen Reise kommt die Avocado in den Supermarkt – bereit für dein Brot oder deinen Salat. 

Schau dir das Schaubild gut an, dort siehst du die Stationen, die eine Avocado auf dem Weg von der Plantage bis auf deinen Teller durchläuft. Klicke auf das Bild um es als Ganzes ansehen zu können.

Wie die Avocado zu uns nach Deutschland kommt!

Zeichne den Weg der Avocado nach, indem du die Bilder auf die vorgezeichneten Flächen ziehst. Was ist Schritt 1? Welche Stationen muss die Avocado zurücklegen, damit sie am Ende auf unserem Teller liegt? 

 

 

Durstige Avocados

Avocado-Bäume benötigen sehr viel Wasser. Rechnet man das ganze Wasser zusammen, das von der Anpflanzung bis zur Ernte in jede einzelne Frucht einfließt, ergibt sich, dass für die Produktion von einer einzelnen Avocado etwa 495 Liter Wasser benötigt werden! Dabei ist die einzelne Avocado nur handgroß! Zum Vergleich: Mit dieser Wassermenge könntest du etwa eine halbe Stunde lang duschen oder beinahe drei Badewannen füllen.

Avocados brauchen nicht nur viel Wasser, sie mögen es auch warm! Deshalb können wir Avocados nicht in Deutschland anbauen. Vor allem die Winter sind viel zu kalt, so dass die Bäume erfrieren würden. In tropischen Regionen sind die Bedingungen für hingegen Avocados perfekt. Das sieht man auch daran, wie gut sie wachsen. Denn: Wie viele Avocados auf einer Plantage wachsen, hängt davon ab, wie warm es ist und wie viel Regen es gibt. Bei Trockenstress tragen die Avocados weniger Früchte. 

4 Gründe, warum die Avocado so viel Wasser braucht

  1. Große Blattoberfläche
    Avocado Bäume haben viele große, immergrüne Blätter. Diese verdunsten ständig Wasser, um die Temperatur zu regulieren und Nährstoffe zu transportieren.
  2. Flaches Wurzelsystem
    Die Wurzeln von Avocado Bäumen sind eher flach und empfindlich. Sie können Wasser daher nicht aus tieferen Bodenschichten ziehen, sondern sind auf Regen angewiesen.
  3. Hoher Stoffwechsel
    Avocados wachsen schnell und produzieren große Früchte mit hohem Wassergehalt. Das erfordert eine ständige Wasserversorgung für Fotosynthese und Fruchtbildung.
  4. Empfindlichkeit gegenüber Trockenstress
    Schon kurze Trockenperioden können die Blüten und Früchte des Baumes schädigen oder zum Abwurf führen. Deshalb wird in Anbaugebieten oft intensiv bewässert.

Schon gewusst?

Eine Avocado kann lange am Baum hängen bleiben, auch wenn sie schon reif ist. Sie wird erst weich und cremig, nachdem man sie gepflückt hat.
An einem Avocado Baum werden übrigens nicht alle Früchte gleichzeitig reif. Einige Avocados sind schon fertig, während andere noch etwas Zeit brauchen. Von außen kann man leider kaum erkennen, welche Avocado reif ist. Deshalb nutzen große Plantagen einen besonderen Trick: Sie messen, wieviel Öl in der Frucht steckt. Je mehr Öl eine Avocado enthält, desto reifer ist sie. Dazu nehmen die Bauern Proben von einigen Früchten. Diese werden im Labor untersucht oder mit schnellen Messgeräten geprüft. So wissen sie genau, wann der richtige Zeitpunkt für die Ernte gekommen ist.

Nachhaltiger Anbau ist wichtig!

Avocados sind tolle Früchte. Doch damit die Natur geschont wird und die Arbeit fair bezahlt wird, ist ein nachhaltiger Anbau wichtig. Also ein Anbau, der möglichst Natur- und Menschenfreundlich ist. Warum? Hier siehst du die wichtigsten Gründe:

  1. Wälder werden zerstört
    Wie überall auf der Welt bedeutet eine große Nachfrage, dass ein Schaden für die Umwelt entstehen kann. Denn da Avocados so beliebt sind, werden die Flächen immer größer, die benötigt werden, um sie anzupflanzen. In Mexiko werden nicht selten illegal Wälder abgeholzt, um Platz für Avocado-Plantagen zu schaffen. Dadurch geht einzigartige Natur für Avocado-Plantagen verloren!
  2. Das Wasser wird knapp
    Dass gerade große Avocado-Plantagen viel Wasser benötigen, hast du ja schon erfahren.
    Besonders problematisch ist das in Regionen mit wenig Wasser und Dürren. Denn das Wasser steht dann nicht mehr den Menschen und der Natur zur Verfügung. Flüsse und Brunnen trocknen aus. 
  3. Der Lebensraum von Tieren und Pflanzen geht verloren
    Wie viele andere Lebensmittel werden auch Avocados in Monokulturen angebaut – das heißt, große Flächen sind nur mit Avocado-Bäumen bepflanzt. Das hat zwar den Vorteil, dass man die Früchte leichter pflegen und ernten kann. Aber es laugt zum Beispiel die Böden aus, ist anfällig für Krankheiten und Ungeziefer (weil die Bäume so eng stehen) und bietet keinen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. So eine Plantage sieht zwar grün aus, ist aber für die Natur ein Desaster. 

Auf Avocados verzichten? Nee!

Du isst Avocados gern? Muss man wegen all der Probleme nun ganz auf sie verzichten? Nein, aber:

  1. Achte auf Siegel
    Schau nach Zeichen wie Bio. Diese zeigen: Die Avocados wurden umweltfreundlicher angebaut. So bleiben Tiere und Pflanzen geschützt.
  2. Kurze Wege sind besser
    Je weniger weit die Reise der Avocado bis zu uns ist, desto weniger Klimagase entstehen bereits beim Transport. Aber sie sollten dennoch nicht aus einem Land stammen, das unter Dürre leidet. 
  3. Fair für Menschen
    Mit Fairtrade-Avocados hilfst du Familien in anderen Ländern. Sie bekommen mehr Geld und können Schulen oder Krankenhäuser bauen.
  4. Bewusst essen
    Avocados sind lecker, aber iss sie nicht jeden Tag. Weniger ist manchmal mehr – für die Umwelt!
     

Gecheckt: Avocados aus den Tropen

  • Avocados trinken viel Wasser, weil sie große Blätter haben und große, wasserreiche Früchte bilden. Zudem wachsen sie in warmen Regionen der Erde wachsen.
  • Da Avocados so beliebt sind, wird nicht selten artenreicher Tropenwald abgeholzt, um neue Plantagen anzulegen.
  • Avocados werden oftmals in Monokulturen angepflanzt, was für die Natur Folgen hat: Dürre Böden, Pestizide gegen Ungeziefer und eine geringe Artenvielfalt.
  • Genieße Avocado lieber nur ab und zu und achte auf Siegel.

Bildnachweise: ©Matthias Oben/pexels & Özi´s Comix Studio, John Cameron/unplashplus, MapChart (Weltkarte Anbaugebiete Avocado), FDN, OroVerde, OroVerde (Schaubild Lieferkette Avocado), JSB Co/unsplashplus